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Autismusspektrumstörung (ASS)

Die Autismusspektrumstörung (Asperger-Syndrom, Kanner-Syndrom, frühkindlicher Austismus, hochfunktionaler Autismus) findet in den letzten Jahren zunehmend ein großes mediales Echo, sei es in TV-Serien, Dokumentationen oder Spielfilmen wie "BenX" oder "Adam". Die Autismusspektrumstörung ist eine Störung der ersten Lebensdekade, die bis ins Erwachsenenalter persistiert und zu Beeinträchtigungen in drei Bereichen führt:

  • Anhaltende Defizite in der sozialen Kommunikation und sozialen Interaktion über verschiedene Kontexte hinweg;

  • Kommunikation einschließlich Prosodie, Blickkontakt und non-verbalem Kommunikationsverhalten;

  • Eingeschränkte, repetitive Verhaltensmuster, Interessen oder Aktivitäten, wie stereotype oder repetitive motorische Bewegungsabläufe, ein unflexibles Festhalten an Routinen oder Mustern mit einem extremen Unbehagen bei Veränderungen, ein hochgradig begrenztes fixiertes Interesse, das in Intensität oder Inhalt abnorm ist und/oder Hyper- oder Hyporeaktivität auf sensorische Reize oder ungewöhnliches Interesse an Umweltreizen (z.B. exzessives Beriechen oder Berühren von Dingen).

Dabei verursachen die Symptome in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen. Es ist wichtig zu betonen, dass es kein Symptom gibt, das spezifisch für eine Autismusspektrumstörung ist. So finden sich viele "autistische" Züge bei einer Reihe anderer Störungen aber auch bei Gesunden. Die Prävalenz des frühkindlichen Autismus wird auf 0.1-0.2%, die des Asperger-Syndroms auf 0.02-0.04% geschätzt. Alle tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, unter denen die Autismusspektrumstörung im ICD10 zusammengefasst werden, haben eine Prävalenz von 0.6-0.7%. Neuere Studien geben die Prävalenz mit 1-1.5% der Gesamtbevölkerung an. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, wobei das Verhältnis bei 4-8:1 liegt. Die Ursache der Erkrankung sind abschließend noch nicht geklärt. Ein genetischer Einfluss (20-80%) scheint vorzuliegen.

Die Diagnose kann nur nach ausführlicher Diagnostik gestellt werden.