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Fetale Alkoholspektrumstörung

Allgemein

Ein Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft kann zu erheblichen gesundheitlichen Schäden bei ihrem ungeborenen Kind führen. Hierzu zählen unter anderem

  • körperliche Beeinträchtigungen (Wachstumsauffälligkeiten, veränderte Gesichtsmerkmale, hirnorganische Veränderungen),

  • neuropsychologische Störungen (Intelligenzminderung, kognitive Störungen, Teilleistungsstörung in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel der Sprache, Feinmotorik, räumlich-visuellen Wahrnehmung, Lern- oder Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit),

  • psychische Störungen (Angststörung, Depression, Abhängigkeitserkrankung) und

  • soziale Schwierigkeiten (häufige Konflikte, Distanzlosigkeit).

Diagnostik

Zu unserem Diagnostikteam gehören Angehörige dreier Berufsgruppen, die alle am diagnostischen Prozess unmittelbar beteiligt sind. Jede Patientin und jeder Patient wird von einem/r Arzt/Ärztin, einem/r Psychologe/in und einem/r Sozialpädagogen/in gesehen. Die Diagnostik in unserer Ambulanz umfasst eine ausführliche Anamnese sowie die Erhebung verschiedener Befunde. Hierzu gehören die Messung bzw. Einschätzung fazialer Auffälligkeiten und Wachstumsauffälligkeiten, eine Intelligenztestung sowie eine umfassende neuropsychologische Testung. Mittels eines strukturierten, klinischen Interviews wird das Vorliegen komorbider Störungen untersucht. Es werden sämtliche vorhandenen medizinischen, pädagogischen und entwicklungsspezifischen Unterlagen ausgewertet. Zur Einschätzung des psychosozialen Funktionsniveaus erfolgt ein Assessment, das sich an den Vorgaben der ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health) orientiert.

Aufgrund der Komplexität der Diagnostik ist diese auf zwei Termine aufgeteilt. Die abschließende diagnostische Einordnung der Befunde erfolgt in einer Fallkonferenz. Die Betroffenen bzw. nächsten Angehörigen/Bezugspersonen werden in einem Gespräch über das Ergebnis der Diagnostik informiert. Im Rahmen einer individuellen Beratung können Empfehlungen zu weiteren psychosozialen Hilfsangeboten gegeben werden.