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Tourette-Syndrom

Das Tourette-Syndrom ist eine häufige, in der Kindheit beginnende neuropsychiatrische Störung. Es gibt eine erbliche Prädisposition für die Erkrankung. Tics (von franz. "tiquer" = "zucken", "das Gesicht verziehen"; nicht von "Ticks") sind die auffälligsten Anzeichen des Tourette-Syndroms. Dabei treten einfache Tics vorübergehend recht häufig, nämlich bei 15-20% ansonsten gesunder Kindern auf, vor allem in der ersten Lebensdekade. Sie haben eine gute Prognose. Treten mehrere motorische und vokale Tics vor dem 18. Lebensjahr auf und dauern länger als 1 Jahr an, spricht man vom Tourette-Syndrom. Können nur Symptome einer Kategorie, also nur Bewegungen oder nur Laute, ausgemacht werden, handelt es sich um eine chronische Tic-Störung. Die Übergänge zwischen chronischen Tic-Störungen und dem Tourette Syndrom sind also recht willkürlich und fließend. Beispiele für motorische Tics sind vermehrtes Zwinkern mit den Augenlidern, Nase rümpfen oder auch komplexere Bewegungen wie Zurechtzupfen der Kleidung. Beispiele für vokale Tics sind Räuspern, Schnauben oder Rufen. In den meisten Fällen können Tics eine Zeit lang unterdrückt bzw. aufgeschoben werden, müssen dann aber irgendwann ausgeführt werden. In etwa 80% der Fälle sind die Patienten nur leicht betroffen. Sicherlich erfüllen viele Menschen die Kriterien eines Tourette-Syndroms, ohne sich dieser Erkrankung bewusst zu sein. 10% der Patienten sind etwas schwerer betroffen, schwer beeinträchtigende Tics kommen nur selten vor, in etwa 3-4% aller Patienten mit einem Tourette-Syndrom. Beim Tourette-Syndrom treten oft ko-morbide Störungen wie eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder Zwangssymptome auf. Auch treten Tourette-Syndrom und Autismusspektrumsstörung gehäuft gemeinsam auf.